Sachpfändung – Was dahinter steckt

Die Sachpfändung ist die wohl bekannteste Pfändungsvariante. Wenn Forderungen nicht beglichen werden, werden Wertgegenstände des Schuldners vom Gerichtsvollzieher gepfändet. Aus deren Verkauf werden dann offene Forderungen bedient. Wann die Sachpfändung im Forderungsmanagement eine Rolle spielt und wie sie in der Praxis angewandt wird, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Grichtsvollzieher führt Sachpfändung durch

Die Sachpfändung ist eine von mehreren Pfändungsmaßnahmen in der Zwangsvollstreckung. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sind im professionellen Forderungsmanagement in der nachgerichtlichen Bearbeitung vorgesehen, also dann, wenn bereits ein Titel vorliegt bzw. erwirkt wurde. Es handelt sich dabei um ein gerichtliches Dokument, beispielsweise ein Urteil, einen gerichtlichen Vergleich oder einen Vollstreckungsbescheid. Gleich, um welche Variante eines Titels es sich handelt: Sie alle sichern Forderungen für mindestens 30 Jahre ab und machten zugleich die Zwangsvollstreckung als effektives Zugriffsmittel in der Realisierung erst möglich.

Der Weg zur Sachpfändung

Grundlage für die Sachpfändung ist damit immer ein Titel – der Weg zur Sachpfändung ist also immer auch der Weg zum Titel. Stellt sich die Frage, wie man denn nun an den Titel kommt. Und dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, je nachdem, um welchen Titel es sich genau handelt:

  • Über das gerichtliche Mahnverfahren lässt sich der Vollstreckungsbescheid erwirken, der als vollwertiger Titel gilt
  • Das streitgerichtliche Klageverfahren endet entweder in einem Urteil oder in einem gerichtlichen Vergleich. Beide gelten als Titel und ermöglichen neben der Forderungsabsicherung auch die Zwangsvollstreckung mit allen Pfändungsmaßnahmen – auch der Sachpfändung.

Pfändungsmaßnahmen

Liegt der Titel einmal vor, geht es darum, aus dem theoretischen Geld echtes Geld zu machen. Und genau dafür sind die unterschiedlichen Pfändungsmaßnahmen vorgesehen. Während sich das Gros dieser Zugriffsmöglichkeiten über einen sog. Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) am eigentlichen Schuldner vorbei direkt an Drittschuldner richtet (Banken, Arbeitgeber, Finanzämter, Vermieter), geht es bei der Sachpfändung tatsächlich um Gegenstände aus dem Eigentum des Schuldners.

Im Grunde genommen funktioniert das Verfahren der Sachpfändung genauso wie man sich dies landläufig vorstellt. Der Gerichtsvollzieher klingelt völlig unangemeldet an der Haustür des Schuldners, betritt die Wohnung und pfändet Wertgegenstände, welche nicht unterhalb der Pfändungsgrenze liegen. Sollte der Schuldner nicht zu Hause sein, hinterlegt der Gerichtsvollzieher eine Mitteilung im Briefkasten des Schuldners, der dann innerhalb von 14 Tagen beim Gerichtsvollzieher erscheinen muss. Bei diesem Termin wird dann geklärt ob und was pfändbar ist. Ersatzweise wird die Vermögensauskunft (ehemals eidesstaatliche Versicherung oder ein Offenbarungsbescheid) abgelegt. Dies verläuft parallel zur Sachpfändung.

Welche Rolle spielt die Sachpfändung wirklich?

Zwar ist die Sachpfändung die bekannteste Form der Pfändung, spielt aber trotzdem eine eher untergeordnete Rolle, da sie selten zum gewünschten Ergebnis führt, weil nicht alles vom Gerichtsvollzieher mitgenommen werden darf. Außerdem haben nicht alle Schuldner genügend und ausreichend wertvolle Gegenstände, dass die offenen Forderung beglichen werden könnte.

Weitaus aussichtsreicher ist dafür diejenigen Pfändungsmaßnahmen, die den Schuldner selbst aus der Gleichung streichen und sich stattdessen gegen dessen Vermögenswerte richten. Lohn-, Konto-, Steuer- oder Kautionspfändungen nehmen die Drittschuldner als Verwalter schuldnerischer Vermögenswerte ins Visier und greifen direkt auf die pfändbaren Anteile von Arbeitslöhnen, Bankeinlagen, Steuerrückzahlungsansprüchen oder Mietkautionen zu.

Titel zu Geld machen

Die Bearbeitung titulierter Ansprüche ist damit ein vergleichsweise aufwändiges Unterfangen, dem immer eine solide Kenntnis der schuldnerischen Vermögenswerte untergeordnet sein muss. Und dafür braucht es einen spezialisierten Dienstleister, der sich professionell im Titel Inkasso engagiert.

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