Was die SCHUFA mit Inkasso zu tun hat

Die SCHUFA ist eine der wichtigsten Auskunfteien Deutschlands. Damit hat sie im Inkasso und Forderungsmanagement einen ganz besonderen Stellenwert, denn sie ist einerseits eine wertvolle Informationsquelle in Sachen Bonitätsauskunft und andererseits ein zentrales Instrument in der Realisierungsarbeit. Wie hängen Inkasso und SCHUFA zusammen? Welche Informationen dürfen Dienstleister wann einmelden und welche strategische Bedeutung hat die Auskunftei im professionellen Forderungsmanagement? Fragen, denen wir uns in diesem Blogbeitrag annehmen.

Lupe auf Fragezeichen - Was Inkasso und SCHUFA miteinander zu tun haben

Die Vernetzung mit der SCHUFA (und anderen Auskunfteien) spielt im Inkasso eine ganz zentrale Rolle. Denn auf der einen Seite sind es Auskunfteien, wie eben die SCHUFA, die mit ihren Bonitätsdaten zum Zahlungsverhalten von Schuldnern eine Grundlage für Inkasso und Forderungsmanagement schaffen. Auf der anderen Seite ist die Einmeldung bei der SCHUFA in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes auch ein wertvoller Hebel in der strategischen Arbeit an offenen Posten. Die Zusammenarbeit von Auskunfteien und Inkasso Büros lässt sich damit ohne Einschränkungen als bidirektional bezeichnen – sie funktioniert immer in zwei Richtungen.

Prävention & Beauskunftung

Die SCHUFA trägt mit ihren Auskünften zum (bisherigen) Zahlungsverhalten von Kunden dazu bei, die Bewertung der Bonität eines (potenziellen) Kunden auf eine solide Basis zu stellen. Wer sich unsicher ist, ob er eine geschäftliche Beziehung eingehen soll, kann sich über die Datenbanken der SCHUFA über sein Gegenüber informieren. Je nachdem, wie dessen Zahlungsverhalten in der Vergangenheit war – und natürlich, wie konsequent Zahlungsunregelmäßigkeiten eingemeldet wurden – ergibt die Beauskunftung dann eine gute Entscheidungsgrundlage.

Damit lassen sich Zahlungsstörungen vermeiden, bevor sie überhaupt passieren. Präventives Inkasso sozusagen. Zugleich zeigt dieses erste Anwendungsbeispiel in der Vernetzung von Inkassodienstleister und Auskunftei auch, wie das System funktioniert: Zahlungsstörungen werden eingemeldet, haben damit Einfluss auf das sog. Scoring eines Verbrauchers und diese Daten wiederum sind dann ausschlaggebend, um Schäden im Sinne von Zahlungsausfällen von zukünftigen Geschäftspartnern abzuwenden. Auch deshalb ist konsequentes Einmelden dergestalt wichtig.

Einmeldung & Strategie

Auf der anderen Seite der Medaille steht der strategische Aspekt im professionellen Forderungsmanagement, sprich der ganz konkreten Arbeit an offenen Posten. Denn in Übereinstimmung mit dem einschlägigen §28a Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist die Übermittlung „personenbezogener Daten über eine Forderung an Auskunfteien“ nur zulässig, wenn hier ein sehr strenger Vorgabenkatalog eingehalten wird. Für die vorgerichtliche Einmeldung von Forderungen müssen bspw. die Folgen Vorgaben erfüllt sein:

  • die Forderung muss fällig gestellt sein
  • durch die Einmeldung muss eine Interessenswahrung stattfinden
  • der Schuldner muss mindestens zwei Mal schriftlich angemahnt worden sein
  • zwischen der ersten Mahnung und der Datenübermittlung müssen mindestens vier Wochen liegen
  • der Schuldner muss über die Datenübermittlung informiert worden sein
  • die Forderung darf nicht bestritten sein

All diese Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die Datenübermittlung an bspw. die SCHUFA rechtmäßig ist.

SCHUFA Meldung als Realisierungsstrategie

Zugleich ist die Ankündigung einer bevorstehenden SCHUFA Einmeldung aber in vielen Inkassofällen auch der nötige Weckruf für Schuldner. Denn eine negative SCHUFA Auskunft kann in der Tat eine Beeinträchtigung im Finanzleben mancher Schuldner bedeuten. Beispielsweise wird es dann nämlich schwierig, Kredite aufzunehmen, größere Anschaffungen zu finanzieren oder das Thema Wohneigentum anzugehen.

Oft lässt sich so doch noch eine vernünftige Zahlungslösung erarbeiten, bspw. in Form eines Ratenzahlungsplanes. Und so kommen Gläubiger zu ihrem Geld, und Schuldner müssen keine Beeinträchtigung ihres Bonitätsscorings fürchten. Die Einmeldung bei der SCHUFA ist mit gutem Grund streng reglementiert, denn sie ist ein starkes Werkzeug in der Realisierungsarbeit, das eine verantwortungsbewusste Hand erfordert.

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