Was kosten Inkassounternehmen?

Wieviel Inkassounternehmen kosten, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn welche Kosten Inkassounternehmen im Einzelfall verursachen, hängt von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Faktoren ab. Welche das sind, und warum vorgerichtliches Inkasso für Gläubiger kostenneutral funktionieren kann, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Sparschwein mit Fragezeichen

Dass im professionellen Forderungsmanagement Kosten entstehen, dürfte nicht überraschen. Denn unterm Strich handelt es sich dabei um eine hochspezialisierte Dienstleistung – die (strategische) Realisierungsarbeit – die wiederum Zeit und damit Geld kostet. Ein professionelles Mahnwesen führt damit buchstäblich die Wertschöpfungskette weiter, und das wiederum schlägt sich in den Inkassogebühren nieder.

Stichwort Gebühren

Dabei tragen die Inkassokosten das Prädikat Gebühr nicht von ungefähr. Denn anders als häufig behauptet, herrscht im seriösen Inkasso eben kein Wildwuchs. Was wieviel kosten darf, ist vielmehr strikt gesetzlich geregelt. Ausschlaggebend ist hier § 4 Abs. 5 RDGEG i. V. m. Nr. 2300 VV RVG. Der Gesetzgeber sieht eine Staffelung der Gebührenhöhe vor und zwar auf Grundlage der Forderungssumme. So kommt es, dass die Kosten im Inkasso für geringere Hauptforderungen auch einen geringen Betrag ausmachen.

Die zweite Dimension bei den Kosten ist der sog. Gebührensatz. Als maximaler Satz ist hier vom Gesetzgeber eine 1,3-fache Geschäftsgebühr vorgesehen, die Inkassodienstleister jedoch auch unterscheiten dürfen. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied, wenn es bspw. um die Frage Inkasso oder Rechtsanwalt geht. Denn Anwälte müssen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen immer den Maximalsatz verlangen, Inkassobüros sind frei und können ihn nehmen.

Zur besseren Verortung: Bei den Gebühren, von denen hier die Rede ist, handelt es sich ausschließlich um Kosten im vorgerichtlichen Inkasso.

Die Kosten Inkassounternehmen sind gesetzlich geregelt

Kosten im gerichtlichen Mahnverfahren

Der zweite große Schritt im Gesamtablauf Forderungsmanagement ist das gerichtliche Mahnverfahren. Notwendig ist dieser Schritt natürlich nur, wenn sich in Forderungsangelegenheiten keine vorgerichtliche Einigung erzielen lässt und die Gläubigerseite den Schritt in ein gerichtliches Mahnverfahren auch gehen möchte. Und dieser Schritt ist dann der sog. Antrag auf Mahnbescheid. Der Antrag wiederum ist kostenpflichtig – was er genau kostet, hängt wiederum an der Forderungshöhe, wobei im gerichtlichen Mahnverfahren dann vom Streitwert die Rede ist.

Was kaufen sich Gläubiger?

Über den Einstig in das gerichtliche Mahnverfahren kaufen sich Gläubiger zwei Dienstleistungen zugleich:

  1. den Mahn- bzw. Vollstreckungsbescheid, der dem Schuldner in sog. amtlicher Zustellung zugeht und damit die Ernsthaftigkeit der Forderungssache deutlich hervorhebt
  2. einen sog. Titel, nämlich entweder den (unwidersprochenen) Vollstreckungsbescheid, ein Urteil oder einen gerichtlichen Vergleich, sollte die Schuldnerseite widersprechen und die Sache in streitgerichtliches Klageverfahren gehen

Die Kosten Inkassounternehmen betreffen vor allem die Zeit

Eine titulierte Forderung wiederum ist für mindestens 30 Jahre abgesichert und eröffnet zudem das volle Instrumentarium der Zwangsvollstreckung samt Pfändungsmaßnahmen und unterschiedlichen Aufträgen an den Gerichtsvollzieher. Hier können ebenfalls Kosten entstehen. Jedoch – und das ist besonders wichtig – stellen sämtliche Kosten, die in der Realisierungsarbeit entstehen immer einen sog. Verzugsschaden dar. Und das bedeutet, sie können von der Schuldnerseite verlangt werden!

Je nach (vorgerichtlichem) Kostenmodell des Inkassodienstleisters kann Inkasso also durchaus kostenneutral funktionieren, nämlich dann, wenn die Voraussetzungen passen, die Schuldnerkommunikation auf einem stabilen Unterbau steht und die Abstimmung zwischen Inkassomandant und Dienstleister Hand in Hand funktioniert.

Fazit

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Verläufe, die Inkassofälle nehmen können, lässt sich für den Einzelfall schlicht nicht vorhersagen, welche Kosten Inkassounternehmen tatsächlich verursachen (werden). Es kommt jedoch darauf genaugenommen auch nicht an, denn im Zentrum steht immer die vollständige Realisierung, und damit fließen alle verauslagten Kosten an den Gläubiger zurück.

Veröffentlicht unter Inkasso
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