Mahnbescheid: Fristen, Zeiten und Termine

Beim Mahnen spielt die Zeit eine ganz entscheidende Rolle. Beispielweise, wenn es darum geht, Forderungen in Verzug zu setzen. Im weiteren Verlauf der Arbeit an einer Forderungsangelegenheit wird die Zeitkomponente sogar noch wichtiger: Mahnbescheid, Fristen, Überwachung und Einhaltung wichtiger Termine sind dann die Schlagworte. Welche Fristen wann wichtig sind, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Mahnbescheid Fristen: Die Uhr tickt

Eine der ganz zentralen Fristen im professionellen Forderungsmanagement ist dabei die Verjährungsfrist. Dabei ist von der Verjährungsfrist zu sprechen genaugenommen nicht ganz richtig. Denn neben der regelmäßigen, dreijährigen Verjährungsfrist gibt es aktuell noch rund fünf weitere Fristen, die interessant sein können:

  1. 6 Monate bei Ersatzansprüchen
  2. 1 Jahr bei Fracht- und Speditionskosten
  3. 2 Jahre bei Mängelansprüchen
  4. 5 Jahre bei Baumängeln
  5. 30 Jahre bei titulierten Ansprüchen

Eines haben all diese Fristen gemein: Sie markieren die Zeitspanne, innerhalb derer sich Gläubiger um die Realisierung und/oder Absicherung ihrer Forderung kümmern müssen. Denn nach Fristablauf wird die Forderung gegenstandslos und kann damit nicht mehr von der Gegenseite (dem Schuldner) verlangt werden!

Forderungsabsicherung

Die buchstäblich einzige wirklich sichere Methode, eine Forderung gegen die Verjährung abzusichern, ist dabei der Mahnbescheid. Fristen, die in diesem Zusammenhang interessant sind, sind neben der jeweiligen Verjährungsfrist vor allem die sechsmonatige Fristverlängerung, innerhalb derer der Vollstreckungsbescheid beantragt werden muss, um das gerichtliche Mahnverfahren zu einem sinnvollen Abschluss zu bringen.

Mahnbescheid Fristen einhalten und Forderungen sichern

Zweiteiliges System

Der Gesetzgeber sieht im gerichtlichen Mahnverfahren nämlich ein zweiteiliges System vor, bestehend aus dem Mahn- und dem Vollstreckungsbescheid. Ersterer ist dabei der initiale Schritt in das gerichtliche Mahnverfahren hinein. Besonderheit: Schon der Antrag auf Erlass des Mahnbescheides allein hemmt die Verjährung effektiv! Das bedeutet, Gläubiger profitieren direkt mit der Antragstellung von den Vorteilen des gerichtlichen Mahnverfahrens.

Und hier kommt auch zum ersten Mal das Thema Frist auf: Denn die Verjährungshemmung funktioniert nur, wenn der Antrag rechtzeitig (also fristgerecht) beim zuständigem Mahngericht eingeht. Rechtzeitig bedeutet in diesem Zusammenhang vor dem Ende der Verjährungsfrist. Für Forderungen aus dem Jahre 2013, die der regelmäßigen Verjährungsfrist unterliegen, also der 31.12.2016.

Fristen im gerichtlichen Mahnverfahren

Auch aus der antagonalen Betrachtungsweise sind Fristen absolut ausschlaggebend. Im Mahnwesen allgemein und im gerichtlichen Mahnverfahren ganz speziell. So haben Schuldner bspw. jeweils 14 Tage Zeit, dem Mahn- bzw. Vollstreckungsbescheid zu wiedersprechen. Tun sie das nicht, gilt der Titel als erwirkt – die Rede ist hier vom Vollstreckungsbescheid. Mit diesem Titel wiederum eröffnet sich für Gläubiger das Instrumentarium der Zwangsvollstreckung und damit vollkommen neue Zugriffsmöglichkeiten auf schuldnerische Vermögenswerte. Beispiel: Pfändung!.

Für den Fall, dass doch ein Wider- oder Einspruch erfolgt, geht die Angelegenheit in der Regel in ein streitgerichtliches Klageverfahren. Gerichtsurteile oder gerichtliche Vergleichs sind dann ebenfalls Titel und bieten damit dieselben Möglichkeiten in Sachen Zwangsvollstreckung wie Vollstreckungsbescheide.

Mahnbescheid Fristen im Blick behalten

Die Vollstreckungsfähigkeit (und damit die wasserdichte Absicherung der Forderung) gilt für mindestens 30 Jahre – die nächste spannende Frist!

Fazit

Mahnbescheid Fristen sind einerseits ganz zentral in der Verfolgung offener Posten, aber andererseits nicht die einzigen wichtigen Fristen. Denn die wichtigste Frist im Forderungsmanagement ist die, die auf der Ursprungsrechnung steht: spätestens 30 Tage nach Rechnungslegung geraten alle nicht bezahlten Posten automatisch in Verzug.

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Ein Kommentar auf “Mahnbescheid: Fristen, Zeiten und Termine
  1. Hansen sagt:

    Wenn es hart auf hart kommt, sollte man sich beim Forderungsmanagement professionelle Hilfe holen. So kann man sich viel Ärger, Nerven und unnötige Kosten sparen. Ein Inkassoexperte weiss genau, welchen Weg er gehen muss, um den grösstmöglichen Inkassoerfolg verbuchen zu können.

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