Professionelle Titelüberwachung

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Im nachgerichtlichen Inkasso geht es vor allem darum, einmal erwirkte Titel richtig zu verwalten und im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei kommt es auf eine sehr genaue Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen und die nötige Erfahrung im Umgang mit nachgerichtlichen Schuldnern an. In diesem Blogbeitrag zeigen wir, was die erfolgreiche Titelüberwachung im nachgerichtlichen Inkasso bedeutet und wie Gläubiger davon profitieren.

Grundsätzlich gliedert sich ein professionelles Forderungsmanagement in drei Phasen:

  1. vorgerichtliches Inkasso
  2. gerichtliches Mahnverfahren
  3. nachgerichtliche Bearbeitung

Eine Realisierung der offenen Forderung ist selbstverständlich in jeder der drei Phasen möglich, jedoch kommt es vor, dass sich Inkassofälle bis in die letzte der drei Instanzen ziehen. Dann kommt es darauf an, einen professionellen Dienstleister im Forderungsmanagement an seiner Seite zu wissen. So wird die Titelüberwachung richtig durchgeführt und Gläubiger kommen auf lange Sicht doch noch zu ihrem Geld. Im Zentrum des nachgerichtlichen Inkassos steht der sogenannte Titel.

Was ist ein Titel?

Ein Titel (Schuldtitel) ist dasjenige Dokument, auf das es im gerichtlichen Mahnverfahren ankommt: Mahn- und Vollstreckungsbescheid sind beide auf seine Erwirkung gerichtet, denn mit einem rechtskräftigen Titel sind offene Forderungen für 30 Jahre lang abgesichert. Genauso lang haben Gläubiger, die über einen Titel verfügen, eine Handhabe gegen ihre Schuldner und können mit unterschiedlichen Maßnahmen auf dessen Vermögenswerte zugreifen, um so zu ihrem Geld zu kommen. Das gerichtliche Inkasso bzw. die Titelüberwachung setzt entsprechend auf eine langfristige Strategie im Forderungsmanagement.

Wie funktioniert die nachgerichtliche Titelüberwachung?

Vor allem funktioniert die nachgerichtliche Inkassoarbeit mit Schuldtiteln über die Zeit. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die regelmäßige und konsequente Beobachtung von Schuldneraktivitäten. Dies geschieht über Abfragen bei den Einwohnermeldeämtern (Adressdaten), Bonitätsprüfungen (Liquiditätsdaten) und die Beobachtung der Insolvenzanmeldungen (Daten aus dem Rechtsverkehr). Denn nur, wenn eine gesicherte und breite Datenbasis vorliegt, können die richtigen Entscheidungen getroffen und über Titel abgesicherte Forderungen realisiert werden.

Die Erfahrung zeigt: Die Vermögensverhältnisse vieler Schuldner verbessern sich mit der Zeit, beispielsweise durch Erbschaft, Heirat, Geldgewinn, berufliche Qualifikation oder Arbeitsaufnahme. Für das professionelle Titelmanagement und damit für Titelgläubiger bedeutet das häufig eine Geduldsprobe, die sich jedoch lohnt. Erst wenn die Lebensverhältnisse von Schuldnern erfolgversprechend sind, ist die Einleitung weiterer Maßnahmen im nachgerichtlichen Inkasso überhaupt sinnvoll.

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Welche Maßnahmen führen zum Forderungserfolg?

Der Maßnahmenkatalog im nachgerichtlichen Inkasso unterscheidet sich von den Ansätzen in den anderen Inkassostadien. Nachgerichtlich geht es nämlich vor allem um den Einsatz eines Gerichtsvollziehers oder die Erwirkung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses, kurz PfÜB. Beide Maßnahmen zielen auf eine Pfändung von Vermögen oder Vermögenswerten ab, nutzen aber jeweils unterschiedliche Hebel.

Beim Gerichtsvollzieherauftrag fährt der jeweils zuständige Gerichtsvollzieher zum Schuldner und engagieret sich für eine Zahlungslösung, bzw. stellt eine Zustellungsurkunde an den Schuldner zu. Der PfÜB setzt bei Drittschuldnern, etwa der Bank, dem Arbeitgeber oder dem Vermieter des Schuldners an. Dann werden Vermögenswerte wie Kontoguthaben, Löhne oder Mietkautionen gepfändet, bis die Gesamtforderung ausgeglichen ist.

Fazit

Nachgerichtliches Inkasso braucht Geduld, schützt die Rechte von Gläubigern jedoch höchst effizient und langfristig. Noch Jahre nach dem ursprünglichen Forderungsausfall ist so ein Zugriff möglich und Gläubiger kommen zu ihrem Geld.

Veröffentlicht unter Aktuelles
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Ein Kommentar auf “Professionelle Titelüberwachung
  1. Alexander sagt:

    Cooler Artikel, danke für die Infos!

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